The majestic Rentier

Mongolei V – im Norden

ich will nur die Fotos!

Und weiter ging es nach Norden. Wir wollten bis zu den Rentieren und ihren Züchtern, die Nahe der russischen Grenze wohnen. Doch um dort hin zu kommen, ritten wir vorbei an Kamelen und wir mussten eine Schlucht durchqueren. Bergsteigen auf Pferden, Mongolen steigen nicht ab, nie!

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Hinter der Schlucht lag eine Ansammlung von 5 Hütten, in der Mongolei ein kleines Dorf. Wir waren bei der Dorfvorsteherin eingeladen (zumindest glaubten wir das), welche sich vor über zwei Monaten bei einem Motorradunfall einen offenen Bruch zugezogen hat. Im nächst größeren Dorf wurde die Verletzung ohne Röntgen wieder eingerichtet und so richtig gut war es noch nicht. Sie saß mit ihrem Plastikgips am Bett und ihre zwei Töchter bereiteten für uns Brot, Käse und Tee zu.

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Am nächsten Tag ging es wieder weiter nach Norden. Bald schon konnte das Auto nicht mehr weiter und wir luden alles Nötige auf die Packpferde. Die Bäume wurden immer mehr aber so richtig Wald wollte es dann doch nicht werden. Zwischen den Bächen entdeckten wir die ersten Rentiere, noch etwas in der Ferne. Noch ein Stück weiter reihte sich ein Zelt an das nächste. Die Einwohner hier wohnten nicht in Jurten, sondern in Zelten, die Indianerzelten glichen, auch wenn das eine oder andere mit einer Satellitenschüssel bestückt war. Begrüßt wurden wir von einem schwarzen und einem weißen Hund und vor allem Fritz hatte es ihnen angetan. Obwohl wir so abgeschieden wie sonst wo waren, war es doch der touristischste Ort in der Mongolei. Einige Holländer verbrachten wie schon seit Jahren drei Monate mit ihren Kindern dort, auch eine Tourismus Studentin aus Frankreich und ein Amerikaner befanden sich im Dorf. Am Abend gab es dann einen kleinen Markt wo man handgemachtes Krimskrams kaufen konnte und der (Tief-) Höhepunkt bildete eine nicht ganz authentische Schamanenshow. Auch wenn die Einwohner sehr auf Geld aus waren, war es doch sehr entspannend im Dorf, das von frei laufenden Rentieren durchstreift wurde.

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Am nächsten Morgen sattelten wir die Pferde und ritten zurück nach Süden. Plötzlich schwenkte das Wetter um und wir befanden uns in einem Schnee-Regen bei knapp über null Grad. Da bei diesem Wetter an ein Weiterreiten nicht zu denken war, klopften wir an die erst beste Jurte und baten um Einlas. Seit dem weiß ich was Gastfreundschaft heißt. 8 nasse Ausländer und 5 nasse Mongolen in seine ca. 10 m2 große Wohnung einzuladen und sofort zu bewirten, ohne irgendeine Gegenleistung zu verlangen, wer würde das bei uns machen? Nach 10 Minuten war der Sturm vorüber und wir konnten bei strahlendem Sonnenschein und blauen Himmel weiter reiten.

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Wir verbrachten die letzte Nacht mit den Pferden und am nächsten Morgen gab es nicht nur den Abschied von den Pferden zu zelebrieren, sondern auch den 70. Geburtstag von Fritz. Der wurde mit Tee und der letzten Miniflasche Vodka gefeiert. Erdene bestieg mit uns und das Auto und die zwei Guides trieben die Pferde Richtung Süden, zurück zum Ausgangspunkt. Wer jetzt glaubt die Anstrengung war vorbei der irrt. Jetzt fing der Spaß erst richtig an.

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