Zelt, Lagerfeuer und Sterne

Mongolei III – In den Bergen

 

(schon wieder langweilige Geschichten?! Ich will Fotos!)

Vom See aus ging es dann in Richtung der Berge. Nach dem Mittagessen und dem obligatorischen Schläfchen, machten wir in einem abgebrannten Waldstück halt, um Blaubeeren zu pflücken. Es gab so viele, dass wir ein 1 Liter Gefäß mit Blaubeeren füllen konnten. Alle späteren Anregungen doch mit Blaubeeren gefüllte Teigtaschen zu kochen wurden jedoch von unserer Köchin ignoriert, was dazu führte dass wir am Ende der Reise die Blaubeeren ausleerten. Das Plastikgefäß hatte einen gesunden Blauton angenommen und roch nicht mehr so lecker.

 

 

Am Abend, nach einigen bergsteigerischen Einlagen mit den Pferden, erreichten wir unseren Schlafplatz, der von Bergen umgeben war. In unserer Nähe gab es einen eiskalten Bach, aus dem wir Wasser fürs Abendessen holten. Später beim Zähneputzen bat ich Luisa sie möge mir doch sagen wann ich beim Bach bin, da sie die einzige mit Taschenlampe war. Ihre Antwort: “Du stehst schon mitten drinn!” Das Wasser am Bachufer war so klar, dass man im halb dunkeln den Übergang nicht sehen konnte und da meine Schuhe wasserdicht waren, drang auch kein Wasser ein. Die Nacht war sternenklar aber es war mir zu kalt um Fotos zu machen. Ich musste aber noch einmal kurz raus und als ich den Himmel und das Lagerfeuer sah dachte ich, dass ich vielleicht doch versuchen sollte ein Bild zu machen, wird zwar eh nichts aber egal. Da mein Stativ irgendwo verstaut war, holte ich mir schnell einen Klapstuhl, Kamera drauf und siehe da, so schlecht ist das Foto gar nicht geworden 🙂

 

 

Geschlafen hab ich nicht diese Nacht. Mein Schlafsack hatte eine Komfortzone, die bis +10 Grad reichte, ab dieser Nacht hatte es immer unter 0. Ab der nächsten Nacht sah meine Schlafausrüstung folgendermaßen aus: Socken, Hose, Jogginghose, T-Shirt, Pulli, Kaputzenpulli, Daunenjacke, Schal, Haube. So war ich im Schlafsack, der war zugeschnürt so dass nur meine Nase rausgeschaut hat und darüber der Mongolenmantel, den Prof. Rienmüller geschenkt bekommen hat. So ließ es sich aushalten, bis auf die klaustrophobischen Anfälle… Am nächsten Tag sah die Umgebung leicht verändert aus. Dicker Nebel umgab uns und wir machten uns daran unser Zelt zu trocknen, da es in der Nacht auch geregnet hatte. Die Guides nutzen die Zeit um die jungen Pferde zuzureiten, die bis jetzt neben uns her trabten. Wie reitet man in der Mongolei Pferde zu? Vorderbeine zusammenbinden, langsam Sattel drauf, so dass es das Pferd nicht merkt, Seil von den Vorderfüßen weg, schnell drauf aufs Pferd, in einer Hand was zum antreiben, in der anderen die Zügel und im Galopp davon bis das Pferd müde ist. Voilà, das Pferd ist zugeritten.

 

 

Wie kastrieren Mongolen Pferde? 5 Mongolen halten den Hengst fest, einer kommt mit einem heißen Messer und schon haben wir einen Wallach. Der wird dann freigelassen und der, der das Pferd zugeritten hat darf sich als Belohnung ein Stück Pferde-Hoden-Sashimi gönnen. Da bekommt man richtig Hunger.

Außer Pferde, Ziegen, Schafe, Kühe, Yaks, Kamele gibt es auch jede Menge Kriechgetier, wie zum Beispiel Grashüpfer und Spinnen. Und Edelweiß. Es gibt dort Wiesen voll mit Edelweiß und da kommt einem der seltsame Nationalstolz auf das Edelweiß wirklich komisch vor. Übrigens finde ich Edelweiß hässliche Pflänzchen, die außer pelzig, vor allem unsymmetrisch sind. Angeblich wurden unsere Edelweis irgendwann einmal aus der Mongolei eingeschleppt. Es gab auch eine Ebene die voll war mit Thymian oder war es Oregano? auf jeden Fall roch es lecker nach Pizza.

 

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