Härter und doch noch zerbrechlich

15. März, PPC, Clara Luzia stellt Ihr neues Album “We are fish” vor, Pflichttermin.

Der Sound hat sich gewandelt, alles ist härter geworden. Das liegt an der neu entdeckten Liebe von Clara zu Gitarren-Effekten. Das gibt den Liedern mehr Pepp, das Zerbrechliche in Ihrer Stimme bleibt. Wenig reden, viel Spielen war das Motte des Konzerts. Die neuen Lieder zollen den neuen Effekten Tribut, Pop/Rock, nichts Neues aber Gutes.  Die Drummerin diesmal ohne Kopfhörer, dafür mit Heidi, das steht ja in einem Zusammenhang haben wir gelernt. Heidi spielt wunderbar, auch wenn oft das Klavier dominiert. Wunderbar auch das Cover “It’s a sin” von den Pet Shop Boys. Dunkel, mysteriös und gut. Am Ende stirbt die Gitarre oder die Effekte. Mit akustischer Gitarre geht es back to the roots. Das gefällt fast noch ein bisschen mehr 😉 Das Publikum geht begeistert mit, einer verwechselt das Konzert mit Drum’n’Base wobei sowohl Schlagzeug als auch Bass vorhanden waren. Zum Abschluss gab’s dann noch Foxtrott vom Tänzer und seiner Partnerin und wildes Gehüpfe zu Girlie Pop von Clara und Heidi.

Kommt bald wieder, softig, rockig, egal, einfach gut.

Die dritte Amtszeit

Liebe Genossinnen, liebe Genossen!

Wir haben es geschafft, wir haben eine dritte Amtszeit. Durch eine Änderung der Verfassung ist es möglich, dass Bundeskanzler Kreisky mit wieder an der Spitze unseres Landes steht. Derzeit tourt er mit Vizekanzler „Aber das Leben lebt“ durch das Land, um das neue Regierungsprogramm unseren Genossinnen und Genossen näher zu bringen.

Auch auf der Grazer Partei Party Conference oder kurz PPC machte er am 11. Mai Halt, um seine Anliegen vorzutragen, im Gepäck auch der Vizekanzler. Fand die letzte Veranstaltung noch im kleinen Saal statt, wurde diesmal wieder der große Festsaal gebucht. Vor dem Start demonstrierten sowohl der Kanzler, als auch der Vizekanzler Volksnähe indem sie sich vor dem Veranstaltungssaal unter die designierten Zuschauer begaben.

Als der Vizekanzler endlich vor die Parteibasis trat, war es nicht nur überraschend, dass relativ wenige Genossinnen und Genossen gekommen waren, die Anwesenden befanden sich noch dazu ausschließlich im hinteren Bereich des Saales. Vor der Mitte befand sich nur gähnende Leere, hinten stand man dicht gedrängt. Ich kann diese Aufteilung im Raum nur als großen Respekt gegenüber dem Vizekanzler werten. Die Rede des Vizekanzlers selbst war recht gut aber nicht überragend, war er ja auch nur als Anheizer gedacht und hat sich sicher zurückgehalten. Die Themen waren meist melancholisch und ruhig, die Stimmung der Zuhörer war gedämpft.

In dem Moment wo der Kanzler die Bühne betrat, brachen die Genossinnen und Genossen spontan in Jubel aus. Dem Kanzler passte der Respektsabstand überhaupt nicht und befahl sofort zusammen zu halten und die Reihen aufzufüllen, zwei Meter Freiraum blieben jedoch vorhanden und wurden geduldet. Der Kanzler hatte gute Stimmung und war um einiges besser gelaunt als beim letzten Mal (Geballte Energie auf engstem Raum), was wohl am großen Festsaal lag und der Tatsache, dass er im Sitzen gut von Allen zu sehen war. Eloquent und mit viel Witz startete er mit dem ersten Punkt des ersten Regierungsprogramms, um anschließen jeden Punkt des neuen Regierungsprogramms bis ins Detail dem Auditorium vorzutragen. Das neue Regierungsprogramm ist vielleicht nicht so gut wie das Letzte, vielleicht muss man sich auch erst ein bisschen mit den Details beschäftigen. Über die Qualität lässt sich sicher erst urteilen, wenn die meisten Punkte umgesetzt sind und die Folgen abschätzbar werden. Anschließend an das neue wurden noch Punkte der letzten zwei Programme vorgetragen, um mit dem fulminanten „Die Menschen sind schlecht“ zu schließen. Dabei wurde der Kanzler doch noch von den zwei Metern Respektsabstand gestört und bat darum, bis zum Podium aufzuschließen. Abschließend mischte sich der Kanzler unters Volk, um sich seine Meinung von den Anwesenden bestätigen zu lassen. Auch mir wurde die Ehre zu Teil, die Worte des Kanzlers in das Mikrofon zu wiederholen. Während dem Ende dieses Vortrages traten leichte technische Probleme mit der Gitarre auf, die vom Bundeskanzler gekonnt dazu genutzt wurden die Minister vorzustellen und auf weitere wichtige Punkte hinzuweisen. Als die Funktionsfähigkeit der Gitarre mit Hilfe der Techniker im vollen Umfang wieder hergestellt worden war, konnte die Rede gebührend beendet werden.

Allgemein stellt sich die Frage, warum die Genossinnen und Genossen in so großen Zahlen der Veranstaltung fern geblieben sind. Viele erschrecken vor dem lauten und direkten Ton des Kanzlers, jedoch ist es meiner Meinung nach nötig in der heutigen Zeit deutliche Worte zu finden. Der Kanzler spricht die Probleme an und er bedient sich der Sprache des Volkes. Diese Ausdrucksform steht naturgemäß in einem krassen Widerspruch zu den Formulierungen von Sprecherinnen und Sprechern der Opposition wie zum Beispiel der Debilenbeauftragten der rosaroten Partei mit Swarovski Steinchen, Nadine Beiler. Wo der Kanzler im neuen Programm klare Worte findet: „Wenn ich sage ich will nicht gestört werden, dann will ich verschissen noch mal nicht gestört werden“ hat Frau Beiler nur folgendes entgegenzusetzen: „Spread your wings and fly, fly, fly, high“. Dies ist vielleicht publikumswirksamer jedoch in letzter Instanz realitätsfern, da Mutter Natur schließlich keine Flügel für uns angedacht hat. So lange der Kanzler an der Macht ist, kann man sich in diesem Land sicher fühlen, es wird sich um uns gekümmert und das ist gut so.

Link zur Parteiseite

http://www.kreisky.net/

Ausschnitten des neuen Regierungsprogramms

Kreisky – Scheiße Schauspieler

 

Agression in Zeiten der Sanftheit

Clara, Ines und Max
Clara, Ines und Max

Ich war in letzter Zeit so oft bei Konzerten im PPC, dass ich den Block eigentlich in PPC rockin beats umbenennen sollte. Egal, ich war wieder unterwegs in mein verlängertes Wohnzimmer um Clara Luzia zu sehen. Mir waren einige Liederbekannt und vor allem die letzte Single “love in times of war” hat mir sehr gut gefallen. Da in den letzten Posts die Vorbands die Überhand übernommen haben werde ich mich diesmal auf das Wesentliche konzentrieren.

Clara ist unauffällig, klein und schmal, ihre Stimme wunderbar zerbrechlich, jedoch mit einem charakteristischen Krächzen, das wunderbar die Inhalte trägt. Das Äußere täuscht bekanntlich ja oft und auch das Bier konnte sich nur 2 Minuten dem Öffnen entziehen. Ihr zur Seite stehen Ines die Drummerin und Max an fast allen anderen Instrumenten. Nur Heidi aus der Dose spielt Geige. Ines hat während dem Großteil des Konzertes Kopfhörer auf, sehr beliebt bei Drummern die den Takt nicht halten können 🙂 Clara löst keine euphorischen Gefühle aus, sondern ein durchgängiges warmes, angenehmes Gefühl, manchmal Melancholie, wunderbare Lieder, wunderbar vorgetragen. Wohlfühlmusik zum Mitwippen.

Clara und 2 Gitarren in violett/grün
Clara und 2 Gitarren in violett/grün

So nachdem wir jetzt festgehalten wie wunderbar und warm alles war und blabla wollen wir auch kurz auf weitere Aspekte des Konzerts eingehen. Zuerst die Vorband, Chris Magerl. Der kam mir bekannt vor. Was steht denn da auf seinem T-Shirt? Stereo Season?! Deja vu. Wage erinnere ich mich an einen kurzen Gastauftritt bei einer anderen Vorband. Ich glaube ich muss mir bald mal einen Gastschreiber einladen, der mir diese Szene entwirrt. Nachdem sich Chris Richtung England verabschiedet hatte viel mir vor allem der Licht Typ beim Konzert ungut auf. Nach jedem Lied von Clara (außer 2, JA ich habe es gezählt, so hat er mich genervt) hat er das Licht auf der Bühne aus und im Publikum angemacht. Zuerst dachte ich an einen Gag, doch nach dem 3. – 4. Mal wusste ich: das ist Programm. Ein, zweimal vergaß er beim Liedanfang das Licht wieder auszuschalten, schrecklich! Ständig war man geblendet und musste die anderen Konzertteilnehmer betrachten. Um diese Unfähigkeit in der Waage zu halten, konnte der Sound Typ während des gesamten Konzertes ein Brummen nicht beseitigen oder er wollte nicht oder er war einfach taub.

Zusammenfassend kann man sagen: wunderbare Lieder unterbrochen durch furchtbare Pausen, in denen ich am liebsten die Techniker geprügelt hätte… Hass in Zeiten der Liebe – love in times of war

 

Link:

http://www.claraluzia.com/

Clara Luzia – love in times of war

 

Entschuldingung, wir sind Christoph und Lolo

Christoph und Lolo wurden berühmt durch ihre drei CDs voll mit Skispringerlieder. Seit Jahren sind diese immer wieder auf FM4 zu hören und in letzter Zeit gesellten sich noch weitere Lieder ohne Skispringer hinzu. Der neueste Song “Wann geht der Karl Heinz endlich in Häfn” wurde über Facebook zum Erfolg. Als ich hörte dass Christoph und Lolo nach Graz ins PPC kommen, wollte ich mir dieses Singer Song Writer Event nicht entgehen lassen. Auch ein Namenskollege eines Bandmitglieds sagte zu mich zu begleiten.

Am 14.4. war es dann so weit, 20:00 as usual war Einlass, um 20:45 traf ich mich mit C vor dem PPC. In den letzten Monaten war ich oft im PPC, doch was sich hinter der Eingangstür abspielte hatte ich nicht erwartet: Menschen so weit das Auge reicht und das schon bei der Vorband. Bei keinem Konzert in diesem Jahr war so viel los wie bei diesem. Wir kämpften uns bis zur Bar und nach dem wir unsere Getränke bekommen hatten waren wir etwas ratlos, wohin wir uns jetzt begeben sollten. Wir konnten uns dann doch bis in die Mitte kämpfen, wo wir einen guten Blick auf die Bühne hatten. Die Vorband startete überraschend früh und lag gerade in den letzten Zügen. Bei den sogar Christoph und Lolo namentlich unbekannten handelte es sich um eine Zweiercombo aus einem Gitarristen und einem Wellpappen (Wikipedia: Der Wellpappe ist ein Musiker, der auf einen Karton aus Wellpappe trommelt und so rhythmische Klänge erzeugt).

Wer dachte die Vorband wäre minimalistisch, wurde von Christoph & Lolo überrascht. Zwei Männer, eine Gitarre, keine Wellpappe. Schüchtern stellten sie sich vor und begannen zu spielen. Die Stimmung war immer entspannt. Im Publikum wurde oft getratscht und Christoph & Lolo machten das selbe in den Liedpausen. Seltsamerweise schien wieder mehr Platz zu sein im Publikum, vielleicht wieder ein Fall von Local Hero Fantum. Die Stimmung glich einem zwanglosen Kabarettabend. Regelmäßig entschuldigten sich die zwei für die schlechten Lieder, die schlechte Performance und die schlechte Stimmung (Erst als ich den Titel der neuen CD sah, bemerkte ich die Anspielungen). Außerdem mussten zwei Lieder wegen fehlendem Text frühzeitig unterbrochen werden. Als Höhepunkt wurde Funaki zum Besten gegeben mit vielen neuen und aktuellen Strophen zum Thema Strasser und Fukushima.

Der Abend endete gleich volksnah wie das ganze Konzert, einer der beiden (ich glaube Lolo) stand draußen bei der Garderobe und unterhielt sich mit den Fans.

 

Links:

http://www.christophundlollo.com/

 

Christoph und Lolo – Islamlied

 

Bilderbuch & local Heroes

Am letzten Donnerstag dem 24.3. hat auf der Fahrt nach Hause ein Konzerthinweis im Radio meine Aufmerksamkeit erweckt. Bilderbuch spielen heute im PPC, es war 19:30 und die Konzerte waren meist für 20:00 angesetzt. Aus schlechten Erfahrungen (Link) wusste ich dass ich sich das durchaus ausgehen konnte. Also ab nach Hause, umziehen und auf ins PPC.

Als ich um 21:00 im PPC ankam, war die Luft bereits von Musik erfüllt. Ich fragte den Türsteher ob das schon Bilderbuch sei. Der sah mich nur mit ungläubigen Augen an und sagte: “Ist erste Band”. Als Vorband traten Stereo Season auf, für mich völlig unbekannt. Zwischen zwei Liedern enthüllte der Sänger dass sie Grazer seien und nicht nur das, er grüßte die Mitglieder von ungefähr acht anderen Grazer Bands, die sich im Publikum befanden. Jetzt interessiere ich mich durchaus für heimische Bands, ich war ja für Bilderbuch da, auch keine großen internationalen Stars, aber scheinbar existiert ein Grazer Paralleluniversum der Lokalbands. Es scheint fast, betrachtet man die Anzahl der Zuhörer im Verhältnis zu den potentiellen Bandmitgliedern, dass es sich hier um einen in sich geschlossenen Musikmikrokosmos handelt.

Stereo Season spielten unaufregenden, altfatrischen Grunge Rock, irgendwie fiel mir Pearl Jam ein, keine Ahnung ob es sich dabei um einen guten Vergleich handelt. Für das nächste Lied holte sich Stereo Season einen Gastmusiker aus dem Publikum auf die Bühne. “Der spielt bei Band X und bei Band Y. Wer kennt denn die Bands?!” Stille im Publikum. Seltsam dachte ich, acht Grazer Bands im Publikum und keiner kennt die anderen zwei Grazer Bands.

Plötzlich entdeckte ich in der ersten Reihe ein gute Freundin. Ich begrüßte sie und sie fragte mich warum ich hier sei. Dumme Frage dachte ich und antwortete artig um Bilderbuch zu sehen. Bilderbuch kannten sie nicht. Sie waren wegen Stereo Season gekommen. Sie seien schon länger Fans und auch von der Band des Gastmusikers der vorher mitspielte.

Als Bilderbuch endlich starteten, war ich sofort mitgerissen von der Musik und der theatralischen Begeisterung des Sängers. Selbiges traf nicht auf meine Freunde zu. “Nicht so meine Musik” und kurz später verließen sie das Konzert. Seltsam dachte ich, es gibt wohl heimische Musik und lokale Helden. Bilderbuch spielten ein wunderbares Konzert. Der Sänger Maurice Ernst sang mit weit aufgerissenen Augen (Drogen? vielleicht, dann aber auch beim Videodreh zu “Karibische Träume”), wild gestikulierend. Die Musik abwechslungsreich und kreativ, die Texte lyrisch aber zum Mitsingen, das Licht schön Bund fürs PPC. Die österreichische Musikszene wächst und gedeiht und bringt für jeden Geschmack etwas hervor, man muss nur die Augen und Ohren aufmachen.

PS.: Wenn die Berichte zu lang und im allgemeinen uninteressant werden, bitte dies in den Kommentaren zu vermerken.

Links:

http://www.bilderbuch-musik.at/

http://www.stereoseason.com/

Bilderbuch – Karibische Träume:

Ich bin der drittletzte Buchstabe des Alphabets

Es ist der 11.3.11. Um Sieben am Abend werde ich von einem Telefonanruf überrascht. Y1 ruft an und frägt ob ich nicht Lust hätte auf ein Konzert zu gehen. In einer 3/4 Stunde fängt es an. Super sag ich, wer spielt denn und wo? IAMX spielen im Orpheum, er kennt die Band zwar nicht aber seine Freundin mag sie sehr. IAMX … kenn ich irgendwie, den Namen hab ich schon oft gehört aber Lied fällt mir keines ein. Egal freu mich schon, bis gleich.

Beim Orpheum angekommen fällt mir eines sofort auf, ich bin auffallend farbig angezogen, im Vergleich zu allen anderen. Ich rot, alle anderen schwarz. Gothik? Emo? Na mal sehen. Y1 und Freundin X2 treffen ein, nicht schwarz aber auch weit weg von rot. Ich frage X2 welche großen Hits die Band hatte, X2 stimmt ein Lieder an: Lalalala Kiss and Swallow. Kenn ich, mag ich sogar, super! Schon hab ich einen Ohrwurm. Ein zweites Lied wird angestimmt. Kenn ich auch, Vorfreude breitet sich aus.

Die Band kommt auf die Bühne die Menge ist begeistert. Chris Corner hat eine neue Frisur sagt X2. Ich denk daran dass ich nicht einmal merke wenn meine Freundin sich die Haare schneidet. Abgesehen davon ist der Frontman kaum zu sehen. Während des gesamten Konzerts wird die Band von Hinten beleuchtet. The band who was hardly there. Die Musik dagegen erfüllt den Raum. Dark Elektro Pop würd ich sagen, elektronische Songs mit Trip-Hop- und Electroclash-Einflüssen meint Wikipedia. Auf jeden Fall zum Abshaken, was wir dann auch machen. Zumindest X2 und ich, Y1 eher nicht und verzieht sich öfter mit dem mitgebrachten Y2 nach draußen. Bei einem Lied zieht sich Cris einen großen Tüllfetzen über den Oberkörper, es gibt Probleme mit der Beleuchtung und Chris gibt zu dass er sich so ziemlich lächerlich vorkommt, der Spot geht an und der Sänger im Halloween Geisterkostüm leuchtet, naja immer noch nicht wirklich cool.  Der Rest? Lichtblitze, Headgebange, I think of England, Schwitzen, atmosphärische Sounds, Kiss and Swallow, das läuft sowieso schon die ganze Zeit im Kopf, so lässt sich der Abend verbringen. Die neuen Lieder, ja die haben sie auch gespielt. Alles in Allem ein schöner Abend und Musik gabs auch. Lalalalala Kiss and Swallow!

IAMX – Kiss and Swallow:

Radiohead – The King Of Limbs

Am 19.2.2011 war es wieder soweit. Radiohead veröffentlichten wieder eine neue CD. Schnell und unaufällig, ohne große Ankündigung. Genau wie bei In Rainbows hat man die Möglichkeit einen digitale Download zu kaufen oder gleich die Special Edition inklusive digitalem Download. War die Höhe des Preises beim letzten Album noch dem Käufer überlassen, gibt es diesmal fixe Preise für mp3 (7€) / wav (11€) und die Special Edition 36€ / 39€.

Radiohead Cds sind für mich nicht nur Musik. Sie sind Orte für mich an die ich mich begebe jedes Mal wenn ich sie höre. Jede CD hat ihre eigenen Farben, Fromen, Strukturen. Diese Länder sind meist düster und zerbrechlich. In The King Of Limbs gibt es keinen Boden mehr. Alles schwebt durch den Raum. Spätestend bei “Feral” fällt alles auseinander. Selbst Thoms Gesang löst sich auf in eine Geräuschwolke. Es sind Gliedmaßen die getrennt von einander den gemeinsamen Bezug suchen. Man sucht in jedem Lied Stricke an denen man sich anhalten kann, manchmal Thoms Gesang, manchmal der Sound einer Akustischen Gitarre. Aber viel gibt es nicht an dem man sich anhalten kann. Doch ehrlich, wer sich anhalten muss hat Angst zu fallen und diese Landschaft kann man nur im schwebenden Zustand genießen. Keine eingängigen Melodien, nichts mit mitsingen, der King of Pop ist endgültig tod, es lebe The King Of Limbs.

Musik Video zur ersten Single Lotus Flower:

Links:

http://www.radiohead.com/deadairspace/

http://www.thekingoflimbs.com/

http://fm4.orf.at/stories/1676334/

Geballte Energie auf engstem Raum

Kreisky ist einer der interessantesten neuen Bands aus Österreich in den letzten Jahren was ihnen 2009 den FM4 Amadeus Award eingebracht hat. Dementsprechend groß war die Vorfreude auf das Konzert am 18.12.2010 im PPC. Es dürften nicht all zu viele Personen meine Vorfreude geteilt haben oder der Termin war wirklich zu nahe an Weihnachten, wie Sänger Franz Adrian Wenzl vermutete. Auf jeden Fall fand das Konzert im oberen Bereich des PPC statt, das erste Mal seit ich Konzerte im PPC besuche. 

Da der Raum recht klein ist, füllte er sich schnell und als die Vorband die Bühne betrat war kaum noch Platz und es staute sich bis ganz nach hinten. Nach einem mäßigen Auftritt von … hab ich vergessen, mussten die Musiker ihre Instrumente von der Bühne auf die Seite räumen, Backstagebereich gibt es im oberen Raum nicht. Plötzlich versuchte ein groß gewachsener Typ sich an mir vorbei zu drängen, Martin Max Offenhuber der Gitarrist von Kreisky wie sich herausstellte. Kurz danach folgte ihm Franz Adrian Wenzl, auch bekannt als Austrofred. Dieser war gar nicht erfreut über die Beschaffenheit der Bühne. Lautstark beschwerte er sich über die Höhe der Bühne und dass ihn beim Keyboard spielen niemand sehen wird können wenn er sitzt. Um das zu verhindern und da auch kein Hocker vorhanden war wurde das Konzert im Stehen absolviert. Franz Adrian brachte auch seinen Unmut über die wenigen Leute zum Ausdruck, die den Umzug in den oberen Raum notwendig machten. Nachdem der Aufbau beendet war hatte Franz Adrian noch ein persönliches Anliegen: Er hat im Stress seinen Gürtel vergessen und seine Hose würde das Konzert nicht an seinem rechten Platz überdauern also bat er die Zuschauer um einen Gürtel. Außer mir schien niemand einen Gürtel zu haben, ich füllt mich fasst overdresst ob dieses Accessoires. Also kurzerhand am Ende mit Schnalle gezogen und auf die Bühne geworfen. Problem an der Sache, Franz Adrian ist gertenschlank und selbst bei mir hielt der Gürtel nicht viel. Egal, irgendwie hat es gehalten.

Jetzt könnte man meinen all diese Unannehmlichkeiten könnten die Stimmung drücken und somit in einem schlechten Konzert enden. Ganz im Gegenteil, all das brachte Franz Adrian richtig in Stimmung und die Lieder kamen mit einer Energie daher, da können sich sogar die Sex Pistols hinten anstellen. Jedes Lied wurde in Richtung Publikum geschmettert, begleitet von wilden Bewegungsorgien. Nicht nur Franz Adrian, die gesamte Band lief zur Höchstform auf, vor dem Vorhang der Twin Peaks entsprungen sein könnte. Zu Liedern der ersten CD “Kreisky” und der zweiten CD “Meine Schuld, meine große Schuld” gesellten sich noch neue Lieder, die sich im Frühling auf der dritten CD wiederfinden werden.

Nach dem Konzert holte ich mir noch einen Gürtel und eine verbilligte Platte. Auch wenn viele Freunde (vor allem die der weiblichen Art) Panik bekommen, wenn ich ihnen Kreisky vorspiele, finde ich diese Band hat das was vielen Bands heutzutage fehlt: Eine Menge Energie, eine Wut die der Rock and Roll braucht und Texte die auf den zweiten Blick tiefgründiger sind als sie zuerst scheinen. Verdammt nochmal, das dritte Album kann kommen und auch Kreisky kann wieder kommen! Mir gefällts und was andere denken mir egal.